Spanische Hofreitschule setzt weiteren Meilenstein in der Tiergesundheit

Stallungen

Das Leben der Lipizzanerhengste der Spanischen Hofreitschule kann ohne Zweifel mit jenem eines Spitzensportlers verglichen werden. Behutsam und individuell werden die Hengste nach der Wachstumsphase aufgebaut und im Alter zwischen zwölf bis 25 Jahren für die Vorführungen in Wien und auf Gastspielreisen auf der ganzen Welt eingesetzt. Um während und nach dieser Zeit eine optimale Gewährleistung der Tiergesundheit zu schaffen, wurde bereits 2010 ein eigenes „Handbuch zur Tiergesundheit“ für alle Standorte entwickelt.  Mit der mobilen Überdachung der Sommerreitbahn konnte nun eine weitere Empfehlung daraus umgesetzt werden: Ab sofort ist das Trainieren der Pferde an der frischen Luft und das Aufwärmen und Trockenreiten vor und nach den Vorführungen bei jeder Witterung möglich.

„Neben der ganz individuellen Betreuung durch die Bereiter und Pfleger gehören auch ein geregelter Arbeitsablauf, ein speziell erstellter Menüplan, ausreichend Bewegung und Ruhephasen sowie viele weitere wichtige Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheit zum Alltag unserer Lipizzanerhengste“, erklärte Generaldirektorin Dkfm. Elisabeth Gürtler. „Denn im Zentrum aller Bemühungen steht stets das Wohl der Pferde – ohne Lipizzaner keine Spanische Hofreitschule.“

Nicht nur die Bestimmungen des österreichischen Tierschutzgesetzes sehen vor, dass die Schulhengste der Spanischen Hofreitschule vor jeder Vorführung aufgewärmt und danach wieder trockengeritten werden. Mit der neuen Überdachung setzt die Spanische Hofreitschule auch eine Empfehlung der Magistratsabteilung 60 um.

„Als behandelnder Tierarzt der Spanischen Hofreitschule kontrolliere ich die Hengste routinemäßig zwei Mal pro Woche in Wien und einmal pro Woche  im Trainingszentrum Heldenberg. Ich freue ich mich sehr, dass die Hengste nun auch in Wien bei jedem Wetter  vor ihrer Arbeit ausreichend aufgewärmt werden können. Dies ist für die Gesunderhaltung, aber auch für das Wohlbefinden unser lieben Pferde ein großer Vorteil. Ein langjähriger Wunsch im Interesse der Pferde konnte nun zur Freude aller verwirklicht werden“, erklärte Dr. Georg Hladik.

Mit Jahresende 2010 wurde ein eigenes Handbuch zur Tiergesundheit für alle drei Standorte – in Wien, Piber und am Heldenberg heraus gegeben.  Dieser Leitfaden beinhaltet alle prophylaktischen Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Pferde, aber ebenso einen Katalog für den Umgang mit kranken Tieren. „Dieses Handbuch stellt die verbindliche Basis für eine optimale Gewährleistung der Tiergesundheit an allen Standorten der Spanischen Hofreitschule dar. Dadurch können wir sicherstellen, dass etwaige gesundheitliche Probleme frühzeitig und richtig behandelt werden“, so Dr. Hladik.

Es ist eine laufende Weiterentwicklung dieses Leitfadens vorgesehen, in die insbesondere auch wissenschaftliche Projekte, welche mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien abgewickelt werden, einfließen. Weiters wurden die festgeschriebenen Standards im Jahr 2012 gemeinsam mit Experten der Tierärztlichen Universitäten Hannover  – darunter Prof. Dr. Dr. Jörg Hartung – sowie aus Avenches überprüft und weiterentwickelt. „Auch wir haben vor zwei Jahren eine gleichlautende Empfehlung hinsichtlich der Warm-up und Cool-down-Phasen zur Gesunderhaltung der berühmten weißen Pferde ausgesprochen. Ich freue mich, dass diese innerhalb so kurzer Zeit erfolgreich umgesetzt werden konnte“,  erklärte Prof. Dr. Dr. Hartung.

Das Dach wird mit zwei Elektromotoren betrieben und kann bei Bedarf – das heißt bei Schlechtwetter bzw. in den Wintermonaten bei Schneefall – innerhalb weniger Minuten geschlossen werden. Die restliche Zeit bleibt dieses aber auch weiterhin geöffnet.

Die Gesamtinvestitionen für das mobile Dach, die durch die großzügige Unterstützung der Investorin Mandy Gray finanziert werden konnten, beliefen sich auf rund EUR 300.000,-.