Jetzt ist es soweit: 8 junge Hengste aus Piber in der Wiener Stallburg eingetroffen
Heuer hat die Anreise der „jungen Wilden“ erst im zweiten Anlauf geklappt! Bereits für den 5. Jänner war die Übersiedlung der 3,5 jährigen Lipizzanerhengste von Piber nach Wien geplant. Alles war vorbereitet – dann die Diagnose: Zwei der Hengste litten an einer Kolik. Jetzt sind alle wieder fit!
Da im Lipizzanergestüt Piber alle Fohlen und jungen Pferde ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt immer zusammen sind und ihre Jugend in der Herde verbringen, war es auch wichtig, die jungen Hengste als geschlossene Gruppe zu ihrer Ausbildung nach Wien zu bringen.
Dr. Max Dobretsberger, Gestütsleiter in Piber: „Für eine harmonische Arbeit mit den jungen Hengsten in Wien und auch für die verbleibende Herde in Piber war es wichtig, die Gruppe der jungen Hengste zusammen zu lassen. Deshalb haben wir uns entschieden, abzuwarten bis alle wieder fit sind für eine gemeinsame Übersiedlung nach Wien.“
Im Schnitt kommen jedes Jahr etwa 20 Hengstfohlen im Gestüt Piber zur Welt. Immer sind sie Nachkommen von bereits ausgebildeten und erfolgreichen Schulhengsten aus der Spanischen Hofreitschule. Und jedes Jahr fällt die Wahl schwer, welcher Sohn seinem berühmten Vater an die „hohe Schule der Reitkunst“ nachfolgen soll.
Heuer ist die Wahl auf acht Junghengste aus dem Geburtsjahr 2006 gefallen, die auffallend begabte und leistungsstarke Eltern aufweisen können. Namentlich sind das:
Maestoso Rustica-15, geb. 15.02.2006
Conversano Bellamira II-16, geb. 27.02.2006
Conversano Rubina-17, geb. 14.03.2006
Favory Bonavia-23, geb. 03.05.2006
Favory Trompeta-25, geb. 18.05.2006
Conversano Bradamanta-27, geb. 01.06.2006
Maestoso Alea II-28, geb. 03.06.2006
Maestoso Theodorosta I-29, geb. 12.06.2006
Einige der Junghengste kennen die Spanische Hofreitschule bereits seit ihren Auftritten bei „Piber meets Vienna“ 2009. Im Rahmen dieses Gastspiels haben sie sich schon sehr beeindruckend präsentiert. Auch waren diese Hengste die Stars bei der „Interhorse“-Messe im Dezember 2009 in Graz. Dort waren sie mit internationalen Pferdekünstlern im Showprogramm zu sehen.
Maestoso Rustica war bis jetzt der Leithengst der Gesamtherde der Ein- bis Dreijährigen in Piber. Diese Eigenschaften als geborene Führernatur gilt es im Zuge seiner Ausbildung zu berücksichtigen und diese entsprechend zu „kultivieren“, um ihm die seinem Wesen und seinen natürlichen Anlagen entsprechende, beste Ausbildung zu bieten.
Conversano Rubina ist seit Einführung der Möglichkeit einer Fohlenpatenschaft der erste Hengst, der von demselben Paten all die Jahre bis jetzt zur Übersiedlung nach Wien begleitet wurde. Der Pate wird 2010 ein neues Fohlen in Piber auswählen, darf und wird aber Conversano Rubina auch in Wien weiter besuchen und seinen weiteren Lebens- und Karriereweg verfolgen.
Die Hengste Conversano Bellamira und Favory Trompeta haben bereits jeweils zwei Halbbrüder mütterlicherseits in der Spanischen Hofreitschule – man darf also auf die exzellente Vererbung der beiden Stuten Bellamira und Trompeta bei diesen beiden Burschen zählen.
Die Väter der zukünftigen Stars sind:
Maestoso Bellamira-37, geb. 1982: Übersiedlung nach Wien 1985, Ausbildung durch Oberbereiter Arthur Kottas-Heldenberg. Er ist ein sehr schönes Pferd, das zuletzt in der Schulquadrille eingesetzt wurde. Insgesamt hat er bereits 25 Nachkommen. 2008 wurde er zu Zuchtzwecken an das ungarische Staatsgestüt Szilvasvarad abgegeben und erfreut sich dort bester Gesundheit.
Conversano Mantua-62, geb. 1978: wurde 1981 in die Spanische Hofreitschule zur Ausbildung durch Bereiter Herwig Radnetter überstellt. Ab 1988 ging er in der Schulquadrille und diente jungen Reitern als Lehrpferd. Er zeichnet sich aus durch guten Charakter und Ehrlichkeit sowie schöne Gänge mit viel Ausdruck. Von ihm gibt es 30 Nachkommen. C. Mantua ist mittlerweile leider bereits verstorben.
Favory Superba-11, geb. 1990: Aktiver Schulhengst in Wien. Er wurde ab 1993 von Oberbereiter Hans Riegler ausgebildet. Er ist ein sehr unkompliziertes und leistungsbereites Pferd - zeigt bei den Vorführungen die Courbette an der Hand und unter dem Reiter; Er hat bis jetzt 10 Nachkommen.
Die Namensgebung ist bei den Lipizzanern eine eigene Wissenschaft – der Doppelname ergibt sich aus dem Namen bzw. der Blutlinie des Vaters (die an erster Stelle steht) und dem Namen der Mutter. Auch die Lipizzanerstuten aus Piber müssen im Rahmen einer umfangreichen Leistungsprüfung im Reiten und Fahren unter Beweis stellen, dass sie charakterlich und leistungsmäßig günstige Eigenschaften vererben können.
Direktor Ernst Bachinger: „Wir machen uns diese Entscheidung nie leicht! Die Musterung der jungen Hengste ist ein mehrstufiger Prozess. Gemeinsam mit dem Gestütsleiter aus Piber,
Dr. Max Dobretsberger und den Oberbereitern aus der Spanischen Hofreitschule wird gemeinsam eine Auswahl der viel versprechendsten junge Hengste getroffen. Ob wir richtig gewählt haben, lässt sich aber oft erst Jahre später wirklich beantworten.“
Hier können Sie Pressefotos der Spanischen Hofreitschule downloaden
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Presse und PR Spanische Hofreitschule, Bundesgestüt Piber
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