Die bewegte Geschichte der Spanischen Hofreitschule
Die Spanische Hofreitschule blickt auf eine mehr als 430 Jahre dauernde Tradition zurück. Sie ist das einzige Institut der Welt, in dem die klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der Hohen Schule bis heute gepflegt wird. Warum „Spanisch“? - Weil der Betrieb in der Hofreitschule 1572 mit spanischen Pferden begonnen wurde - und weil auch die Lipizzaner von spanischen Pferden abstammen.
1565
Im Jahr 1565 wird von einem, vor der Stallburg gelegenen "Ross-Thumblplatz" berichtet. Es war dies ein nicht überdachter Reitplatz, der bei schlechtem Wetter nicht benutzbar war.
1572
In diesem Jahre wurde ein "Spainischer Reithsall" aus Holz errichtet. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung der Hofreitschule.
1580
Erzherzog Karl II von Innerösterreich gründet das Hofgestüt Lipizza.
1681
Mehr als hundert Jahre später entschloss sich der kunstsinnige Kaiser Leopold I., zu Wien auf dem ehemaligen "Ross-Thumblplatz" eine neue Reitschule errichten zu lassen. Wie im Jahre 1683 berichtet wird, war das Gebäude fast fertig, als die Türkenkriege losbrachen. Die Reitschule wurde schwer beschädigt.
1729
Kaiser Karl VI. gibt den Auftrag zum Bau der Winterreitschule.
1735
In diesem Jahr wurde das berühmte Gebäude von Josef Emanuel Fischer von Erlach fertig gestellt. Es ist bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten und gilt als schönster Reitsaal der Welt.
1740
An der Winterreitschule werden Karussells, Maskenfeste, Reiter-Spiele und Hofbälle gefeiert.
1848
Im Revolutionsjahr 1848 tagt der erste Reichstag der Monarchie in der Winterreitschule.
1898
Die grundsätzlichen "Directiven", die das gesamte mündlich überlieferte Wissen um die Reitkunst in der Spanischen Hofreitschule umfassen, werden erstmals von Feldmarschall Franz Holbein und Oberbereiter Johann Meixner niedergeschrieben.
1919
Nach dem 1. Weltkrieg sicherte Oberbereiter Mauritius Herold mit großem persönlichen Einsatz den Fortbestand der Hofreitschule, die nun dem Landwirtschaftsministerium unterstellt war. Erste öffentliche Vorführungen wurden gegeben und fanden begeisterten Anklang.
1920
Die Lipizzaner finden in Piber/Weststeiermark eine neue Heimat.
1925
Rudolf Graf van der Straten machte die Hofreitschule u. a. durch Gastspielreisen ins Ausland so populär, dass es zu einem nationalen und internationalen Aufschrei kam, als 1925 die Einstellung des Betriebes überlegt wurde.
1939
Alois Podhajsky übernimmt die Leitung der Spanischen Hofreitschule.
1945
Die Pferde der Spanischen Hofreitschule und des Bundesgestüts Piber werden in St. Martin/Oberösterreich zusammengeführt und danach nach Wels bzw. Wimsbach/OÖ gebracht.
1955
Rückkehr der Spanischen Hofreitschule in ihr angestammtes Zuhause in der Wiener Hofburg und erste Vorführung am österreichischen Nationalfeiertag, dem 26. Oktober.
2001
01.01.2001 Privatisierung der Spanischen Hofreitschule und des Bundesgestüts Piber. Zusammenführung in eine Gesellschaft öffentlichen Rechts.
Diese Seite als PDF downloaden
Die Ansicht dieser PDF-Datei erfordert den Acrobat Reader. |