Der lange Weg zum Bereiter

Bereiter_1000x350

Der lange Weg zum Bereiter

Der lange Weg vom Eleven bis zum Bereiter, in seltenen Fällen bis zum Oberbereiter, stellt hohe Anforderungen an den angehenden Bereiter. Die Ausbildung erfolgt in den ersten drei Jahren auf Basis der staatlich anerkannten Lehrlingsausbildung zum „Pferdewirtschaftsfacharbeiter“, bei der neben der praktischen Ausbildung im Betrieb auch ein Besuch der Berufsschule stattfindet. Selbstverständlich ist in dieser Zeit auch ein entsprechender Reitunterricht vorgesehen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Lehre kann die Ausbildung – bei Vorliegen einer entsprechenden besonderen Eignung – als „Eleve“ fortgesetzt werden. Je nach Begabung und persönlichem Einsatz dauert es weitere zwei bis vier Jahre bis der Sprung vom Eleven, der unter der Obhut des Oberstallmeisters steht, zum Bereiteranwärter gemeistert wird.

Die ersten Jahre lernt der Pferdewirtlehrling bzw. Eleve bei der Stallarbeit nicht nur die richtige Pferdepflege sondern auch die korrekte Handhabung der gesamten Ausrüstung: Sättel, Zaumzeuge, alles will gereinigt, ordentlich verstaut und richtig angewendet werden. Die richtige Pflege und Betreuung der Pferde, unter besonderer Berücksichtigung der besonderen Eigenschaften von Hengsten, wird konsequent vermittelt. Natürlich kommt auch die Reitausbildung nicht zu kurz: Unter der Führung eines erfahrenen Bereiters wird in täglichen Lektionen auf Schulhengsten, die in den ersten Jahren noch an der Longe erfolgen, geduldig aber präzise der korrekte Sitz erlernt und perfektioniert. Unterricht in Geschichte und Tradition der Schule sowie der klassischen Reitkunst stehen ebenso am Lehrplan. Wiederum eine entsprechend positive Beurteilung durch die Oberbereiter und Bereiter vorausgesetzt, darf der Eleve schließlich einen Junghengst anreiten und einen fertig ausgebildeten Schulhengst in der Schulquadrille reiten. Nun darf er sich „Bereiteranwärter“ nennen und wechselt damit in die Reitbahn und unter die Aufsicht des Ersten Oberbereiters.

Der Bereiteranwärter bekommt nun einen jungen Hengst in seine Obhut überantwortet, den er, natürlich mit der fachlichen Unterstützung der erfahrenen Bereiter und Oberbereiter, selbständig soweit ausbilden muss, dass sich beide – Pferd und Reiter – in einer Vorführung in der Schulquadrille präsentieren können. Dieser Ausbildungsschritt dauert in der Regel etwa weitere sechs Jahre und verlangt vom jungen Menschen sehr viel Disziplin, Geduld und Einfühlungsvermögen.

Die Lehrjahre bis zur Erlangung des Bereiterranges nehmen insgesamt acht bis 12 Jahre in Anspruch, eine Zeit in der viele das Handtuch werfen und nur die allerbesten bestehen.

 

Die Aufnahmekriterien sind:

  • Mindestalter 16 Jahre
  • abgeschlossene Schulausbildung
  • Idealgröße 172 cm; schlanke Statur
  • sportliche und kreative Begabung
  • sehr gute Fremdsprachenkenntnisse (bevorzugt Englisch)
  • starker Bezug zu Pferden
  • Vorliegen der Reiterlizenz R1 oder RD1 des Österreichischen Pferdesportverbands oder eines vergleichbaren Leistungsnachweises, z.B. in Deutschland RA 4 (DRAIII) oder LK 5 (D5,S5)

Die Spanische Hofreitschule freut sich 2017 wieder auf neue Pferdewirtschaftsarbeiter-Lehrlinge bzw. Eleven. Aus Aktualitätsgründen nehmen wir Bewerbungen wieder ab 1. – 24. März 2017 entgegen. Wir ersuchen um detaillierte Unterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, reiterliche Qualifikation, Größe und Gewicht) an folgende Adresse: Spanische Hofreitschule, Michaelerplatz 1, 1010 Wien oder unter geschaeftsleitung@srs.at.
Wir bitten um Verständnis, dass vor dem 1. März 2017 keine Bewerbungen angenommen werden.